Burg – Schlossberg

Burg der Lausitzer Kultur der Bronze- und frühen Eisenzeit

Der sagenumwobene Schlossberg von Burg im Spreewald ist die größte Befestigung der Lausitzer Kultur in unserer Region. Seine Lage auf einer natürlichen Talsandinsel in der Spreeniederung ist immer noch, selbst mit verfallenen Wallmauern, beeindruckend. Die nutzbare Innenfläche von 200 x 280 m weist heute moderne Veränderung durch den Einschnitt der Schienentrasse der ehemaligen Spreewaldbahn (1898–1970) auf. Im Zusammenhang mit dem Bau dieser Eisenbahnlinie fanden 1897 Ausgrabungen unter der Leitung von Alfred Götze (1865–1948) statt.

Schlossberg Burg

Die Wehranlage der jüngsten Bronzezeit entstand im 8. Jahrhundert v. Chr. auf einer älteren, vorher unbefestigten Siedlung der Lausitzer Kultur. Soweit es anhand der wenigen Ausgrabungsbefunde zu deuten ist, wurde die Wallmauer als erdverfüllte Schalenmauer mit vorder- und rückseitigen Holzplanken gebaut. Diese Burg ging in einer Brandkatastrophe zu Grunde und wurde in der frühen Eisenzeit (Billendorfer Phase der Lausitzer Kultur) wieder -errichtet. In der zweiten Burgphase bestand die Wallmauer aus einer Holz-Rost-Konstruktion. Die Größe der Befestigung (Gesamtfläche über 5 ha) und auch die schon Ende des 19. Jahrhunderts in der Umgebung entdeckten, berühmten bronzenen Kultwagen unterstreichen die Bedeutung dieser Anlage, die man sich als frühen Zentralort vorstellen muss.

Zum Ende der Lausitzer Kultur wurde die Wehranlage von Burg aus unbekannten Gründen aufgegeben und verfiel. Erst in slawischer Zeit (10. Jahrhundert n. Chr.) bestand auf dem höher gelegenen Südostteil der Anlage erneut eine Siedlung.